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100 Jahre TSV Unsleben

Von Helmut Mohr, TSV – Schriftführer

Es war das Jahr 1908, Bayern war noch ein Königreich, in Deutschland regierte Kaiser Wilhelm II., in London fand die Olympiade statt, der Maggi-Brühwürfel und der Melitta-Kaffeefilter wurden erfunden und das erste Länderspiel einer dt. Fußball-Nationalmannschaft fand in der Schweiz statt ( 5:3 verl.).
In diesem Jahr gründeten 16 Unslebener Bürger am 26. August im Gasthof Krone den TSV, vor allem zur körperlichen Ertüchtigung nach Turnvater Jahn.
Tünchermeister Konrad Blum wurde der 1.Vorsitzende, 1910 wurde eine Fahne angeschafft.
Ein schmerzlicher Einschnitt auch mit gefallenen Unslebener Sportlern war der 1.Weltkrieg. Doch danach ging es wieder aufwärts, mit Ludwig Bischoff als 1.Vors., und vor allem durch die Leistungen eines Mannes aus der Pfalz, der das Gesicht des TSV über 50 Jahre lang entscheidend prägen sollte, nämlich Leonhard Müller. Für ihn war Turnen und die Ideenwelt des Turnvaters Jahn eine Weltanschauung, die leider auch in Hitlers Ideologie eine große Rolle spielte und auch Leonhard Müller stark beeinflusste.

Die äußeren Bedingungen für den Sport in Unsleben waren auf den Saal des Gasthauses Krone und ein 30 x 4 m großes Grundstück in der Auwiese beschränkt. Der Mitgliedsbeitrag betrug 1923 etwas mehr als heute, nämlich 5 Millionen Reichsmark, trotzdem besuchte man in diesem Jahr das dt. Turnfest in München und durfte 1924 das Gauturnfest in Unsleben ausrichten, zu dem 300 auswärtige Gäste untergebracht werden mussten.

Dass damals nicht nur Turnen im Verein gepflegt wurde, zeigt eine Notiz im Protokollbuch 1921: „Beim Turnwart wurde Klage geführt, dass durch das Fußballspiel das Turnen zu sehr vernachlässigt würde und sich die Fußballer doch wieder mehr dem volkstümlichen Turnen zuwenden sollten...“.

1925 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen, eine Schützenabteilung ins Leben gerufen und ein gebrauchtes Klavier gekauft um auch kulturell etwas bieten zu können. 1926 konnte ein Grundstück an der Bahnhofstraße gekauft werden und 1929 konnte der TSV mit der Ausrichtung eines weiteren Gauturnfestes seinen neuen Sportplatz einweihen.
Zum 150. Geburtstag des Turnvaters Jahn wurde 1928 dort eine Eiche gepflanzt, die bis heute in ihrem Schatten viele sportliche und feucht-fröhliche Ereignisse erlebt hat.
Die Idee zum Bau einer Sporthalle reifte, nachdem es dauernd Schwierigkeiten mit dem Krone-Wirt gab. In Gemeinschaftsarbeit und unter größten körperlichen Anstrengungen wurden am Felsenkeller 17o cbm Natursteine gebrochen und sonstiges Baumaterial gesammelt, und das in der Zeit der großen Weltwirtschaftskrise.
Am 9.Oktober 1932 erfolgte die Grundsteinlegung und trotz extrem schlechten Wetters konnte bereits am 31.Dezember 1932 unter der Regie von Baumeister Schicks Richtfest gefeiert werden.
Das Jahr der Machtergreifung Hitlers blieb natürlich auch in Unsleben nicht ohne Auswirkungen. So mussten alle jüdischen Mitbürger, die aktiv im TSV tätig waren auf höheren Befehl aus dem Verein ausgeschlossen werden.
Trotz vieler Widrigkeiten konnte der Bau der Jahnhalle fortgesetzt werden und die Einweihung 1934 erfolgen.
1938 war der TSV wieder schuldenfrei und der Sportplatz konnte auf die vorgeschriebene Größe erweitert werden.
Mit Beginn des 2.Weltkrieges spiegelt sich die Geschichte der Jahnhalle in den Protokollen und dem Gästebuch des TSV. Sie wurde immer mehr umfunktioniert, NSDAP-Treffen, Militärkonzerte, Verpflegungsstation für Kriegsgefangene, Tabaklager etc., insgesamt ein Prozess der Entfremdung der Turnhalle, politisch und kriegswirtschaftlich, die Turnbewegung war voll ins Nazi-System einbezogen.
1940 fand in Unsleben lt. Protokoll noch ein schönes Turnfest statt, aber mit immer mehr Einberufungen (63 Mitglieder waren im Feld) stand niemand mehr der Sinn nach Turnen. Doch die Gauführung in Würzburg verlangte es, dass 1942 nochmals ein solches Fest durchgeführt werden musste.
Nur kurz und lustlos wurde im Protokollbuch darüber berichtet. Etwas verwunderlich ist auch, dass 1944 noch ein Schützenhaus gebaut wurde!
Am 31. März 1945 findet sich als letzter Eintrag: „ Ob unsre eigene schöne Anlage den Krieg überstehen wird, steht in Gottes Hand“, dann fehlen einige Seiten.
Am 26.2.1946 fand mit Genehmigung der Militärregierung wieder eine erste Versammlung mit dem früheren Vorsitzenden Albert Mölter, der politisch nicht vorbelastet war, in der Jahnhalle statt, die einer Neugründung gleich kam. Der Verein hatte nur geruht und wurde jetzt wieder belebt.
1949 wurde wieder ein Turnfest in Unsleben ausgerichtet. Der drei Jahre internierte und inzwischen entnazifizierte Unslebener Turnvater Leonhard Müller wurde durch seine großen Verdienste um den Sport Vorsitzender des gesamten Turngaus Rhön-Saale. Turnwart Robert Mölter konnte von großen Erfolgen seiner Sportler berichten. Als Turn- und Sportfest der Rhön wurde dieses erste Sportereignis nach dem Krieg jedes Jahr bis 1964 in Unsleben veranstaltet. Ab 1967 nur noch als Gemeindesportfest bis heute, so dass nicht nur Brendlorenzen von einer Tradition seines Gemeindesportfestes berichten kann. Es ist ein alljährlicher Höhepunkt im Gemeindeleben.
Mit dem 66. Gauturnfest feierte der TSV 1958 sein 50-jähriges Bestehen.
Oskar Frickel war 1. Vorsitzender und blieb es 17 Jahre bis zu seinem plötzlichen Tod.
Mit dem Tod Leonhard Müllers 1962 endete eine Aera im TSV, die hauptsächlich vom Turnsport beherrscht war.
Allmählich bekam die Fußballabteilung, die jahrelang ein Mauerblümchendasein geführt hatte, immer mehr Aufschwung.
Schuld daran war die Heiratspolitik Unslebener Mädchen, durch die binnen kurzer Zeit ausgezeichnete Fußballer von höherklassigen Vereinen ihren Wohnsitz nach Unsleben verlegten, sowie die Fußballbegeisterung von Abt.Leiter Robert Mölter. Die neuen Leute ergänzten das vorhandene Spielermaterial so harmonisch, dass der sportliche Aufstieg gleichsam vorprogrammiert war. (4 Meisterschaften) Robert Mölter wurde 1.Vorsitzender und Hermann Frickel sein Nachfolger als Abt.-Leiter, später waren dies auch Klaus Müller und danach Armin Balling.
Die TSV-Fußballer waren nun in der A-Klasse etabliert und zählten viele Jahre zu den Spitzenmannschaften des Landkreises. Doch die Altstars mussten allmählich dem Alter Tribut zollen und die Jungen konnten den Standard nicht mehr halten, so dass in die B-Klasse abgestiegen wurde und seit einigen Jahren nur noch in der untersten Klasse gespielt wird.
Inzwischen hatte es wieder einen Wechsel in der Vorstandschaft gegeben, Elmar Gensler war 1.Vorsitzender geworden.
Wenn gesagt wurde, dass den Anfangserfolg zugereiste Fußballer bewerkstelligten, so darf man den Namen eines Mannes nicht unerwähnt lassen, Horst Basel. Er war es, der erkannte, dass ohne richtige Nachwuchsarbeit der beste Verein auf Dauer nicht würde bestehen können. Unermüdlich kümmerte er sich um die Belange des Schüler- und Jugendfußballs, er gründete sogar eine Damenfußballmannschaft und trainierte längere Zeit auch die Aktiven, kurz gesagt er war bei den Fußballern Mädchen für alles. Für alle war daher die Nachricht von seinem plötzlichen Tod nach einer Weltreise unfassbar.
Doch auch das Fußballleben ging weiter und für das Amt des Schüler- und Jugendleiters wurden Männer gefunden, die würdig in die Fußstapfen ihres Vorgängers traten, nämlich Gerd Fries und lange Jahre unser 1.Vors. Robert Fuchs.
Die Altstars waren inzwischen als AH-Mannschaft bei allen Vereinen gern gesehene Gäste, weil sie einen gepflegten Fußball spielten und vor allem die Nachspielzeiten immer sehr lange und feucht-fröhlich andauerten. Der TSV hob auch 1978 ein Pokalturnier für Senioren aus der Taufe zu dem die VG einen wertvollen Pokal stiftete ( jetzt noch ein Dank an VG-Leiter Krause) und den wir auch mehrmals gewannen. Er wird jedes Jahr bei einem anderen VG-Verein auch für 1.Mannschaften ausgespielt.

Um den Turnnachwuchs war es inzwischen schlecht bestellt, d.h. es gab keinen mehr. 1975 konnte H.Mohr als Alternative etliche sportliche Jungen, die er vom Schulsport her kannte, neben dem Fußball zur aktiven Leichtathletik bewegen und als dann auch noch Mädchen hinzukamen, mit Marianne Manger-Fritz eine kompetente Trainingspartnerin gewinnen. Mit dieser LA-Gruppe nahm der TSV auch wieder an Gauturnfesten teil, was vor allem Robert Mölter sehr erfreute.
Nach einigen Jahren ließ die Begeisterung für die LA wieder nach und wurde erst durch den Einsatz von Ursel Bahlo-Hesselbach neu belebt.
Die Gruppe ist wieder auf Sportfesten vertreten und tut sich vor allem durch den Erwerb des Sportabzeichens hervor.
1983 konnte der TSV sein 75-jähriges Bestehen mit einem großen Fest feiern. Unter dem 1. Vorsitzenden Gerhard Jessenberger war eine gründliche Renovierung der Jahnhalle erfolgt, vor allem mit völlig neuen sanitären Anlagen, Umkleidekabinen und einem Gastraum im Untergeschoss.

Natürlich besteht der TSV nicht nur aus der Fußballabteilung, sie ist nur am bekanntesten. Das Turnen wurde in einer anderen Version fortgesetzt, Geräteturnen ist nicht mehr gefragt, sondern Bewegung in jeder Form, vor allem Gymnastik. So besteht seit vielen Jahren eine Gymnastikgruppe für Seniorinnen, Damengymnastikgruppen und mehrere Gruppen für Kinderturnen. Engagierte Übungsleiterinnen sorgen für die körperliche Ertüchtigung , ebenso wie die Fußballübungsleiter, die mit ihrem Anführer Hubert Müller die verschiedenen ABCDEFG-Junioren trainieren.

Nicht vergessen darf man natürlich die Volleyballer. Zunächst viele Jahre nur ein Ausgleichssport für ältere Damen und Herren, gibt es seit einiger Zeit auch noch eine Gruppe mit jungen Freizeitvolleyballern und eine Mädchengruppe.

Alle diese Sportarten, sowie ganz neu auch Badminton,Tischtennis und Pilates können jetzt in einer richtigen Halle, unserer erst kürzlich eingeweihten neuen Sporthalle ausgeübt werden. Dank der Initiative und des riesigen Engagements unseres jetzt schon ehemaligen 2. Vorsitzenden Michael Gottwald konnte sie in nur eineinhalb Jahren Bauzeit mit den Eigenleistungen zahlreicher Mitglieder erstellt werden.
So kann unsere altehrwürdige Jahnhalle für andere Veranstaltungen wie Theater, Konzerte und andere kulturelle Begebenheiten zur Verfügung stehen.
Herold Schröder 8 Jahre, Dietmar Geisler 8 Jahre und Robert Fuchs 8 und noch viele weitere Jahre als erste Vorsitzende sowie viele fleißige Mitarbeiter und Helfer sorgten und sorgen dafür, dass der TSV in Würde altern und trotzdem jung und vital bleiben kann.
 
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